Wo das Zillertal ganz entspannt ist

Durchs frühlingsgrüne Zillertal fahren wir in Mayrhofen ganz nach hinten. Unser Ziel ist der Ahornlift. Die vielen Menschen, die Richtung Penkenbahn unterwegs sind, haben wir hinter uns gelassen, haben am Parkplatz freie Auswahl und sind ohne Wartezeit direkt in die Gondel, die uns in die Sonne bringt. 

Es ist ein Traumtag. Stahlblauer Himmel, strahlender Sonnenschein und wie schön der Schnee ist, wird bei den ersten Schwüngen schnell klar. Griffig und fest ist die Piste, die wir für die erste Abfahrt zum Sessellift ganz für uns allein haben.

Im Lift treffen wir auf begeisterte Urlauber, die erzählen, dass sie ihr Vermieter hierher geschickt hat und schon am frühen Morgen voll des Lobes sind. 

Der Ahorn ist ein kleines, feines Skigebiet für alle, die mit wenig Auswahl leben können und gut Ski oder Snowboard fahren, um auf der durchaus anspruchsvollen Hauptpiste Spaß zu haben. Ideal vor allem auch für Familien mit Kindern, die schon sicher fahren können und deren Eltern hier nicht unter Daueranspannung stehen, wer unkontrolliert über die Pisten schießen und dem Nachwuchs gefährlich nahe kommen könnte.

So geht es die zweite Runde auf die Funstrecke, die sich in langen Serpentinen an den Hang schmiegt. Bodenwellen, Steilkurven, Tunnel und das ein oder andere Element zum Umkurven oder Anschlagen sind nicht nur für die Kleinen ein Spaß, die hier auch auf den Adler treffen, den sie vor der nächsten Fahrt in Natura sehen. Gleich unterhalb der Bergstation schwingen wir ab bei der Adlerbühne. Im Sommer gibt es hier Vorführungen in der höchstgelegenen Greifvogelstation Europas. Im Winter lässt sich Familie Wechselberger bei ihrer Arbeit mit den Greifvögeln über die Schulter schauen.

Während er sich um die Vögel kümmert, die majestätisch an ihren Plätzen sitzen und ganz genau beobachten, was um sie herum geschieht, erzählt Thomas Wechselberger, wie seine Eltern drunten im Stilluptal mit der Falknerei begonnen haben. Ihre Begeisterung haben sie auch dem Sohn übertragen, der mit Alaska, dem Uhu, auf dem Arm erzählt. Vom europäischen Seeadler Emma, der das größte ihrer elf Tiere ist. Vom zierlichen Rotschwanzbussard Ashok und dem pfeilschnellen Steppi, einem osteuropäischen Steffenadler, der bei den Vorführungen im Sommer auf Kommando mit 300 km/h in die Arena stürzt. So erfahren wir nebenbei und sehr anschaulich viel vom Leben der Greifvögel, die seit 2009 hier oben einen besonderen Platz haben. Ein Abstecher, der sich unbedingt lohnt.

Zum Mittagessen kehren wir in der Ahornhütte ein, wo wir uns auf der windgeschützten Terrasse mit Tiroler Spezialitäten mit Aussicht stärken. Unbedingt sollte man hier auch einen Blick ins gemütliche Lokal werfen, das auch Skigeschichte erzählt. In einer großen Vitrine sind Erinnerungen an die Gründer, die mehrfache Medaillengewinnerin bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften Riki Spieß und ihren Mann Ernst, der ebenfalls Skirennfahrer war. Nach ihrer aktiven Karriere gründeten sie unter anderem hier den ersten Skikindergarten der Welt. Hier gibt es Rennanzüge und Trophäen der Kinder Nicola und Uli, die im Abfahrtsweltcup erfolgreich waren. Uli machte nach seiner aktiven Karriere mit seiner Frau Renate aus dem Skischulstützpunkt am Berg eine einladende Hütte, die mittlerweile Tochter Maria führt.

So schön es ist. Ein paar Abfahrten wollen wir noch fahren. Vor allem der untere Abschnitt am Ebenwald-Lift, an den noch nicht viel Sonne gelangt ist, ist schön griffig. Einzig die 5,5 km lange Talabfahrt hinunter nach Mayrhofen ist nicht mehr möglich und so schweben wir viel später mit der Ahornbahn hinunter zu den frühlingsgrünen Wiesen.

www.mayrhofner-bergbahnen.com

www.zillertal.at

Saisonende am 6. April

Adlerbühne „Meet&Greet“, tgl. außer Samstag 11 – 14 Uhr, wetterbedingte Änderungen mgl.

www.ahornhuette-mayrhofen.at